Thomas Riess – Reiseblogger, Fotograf und Thailand-Experte.

Als Reiseblogger, Fotograf und Inhaber der Hochzeitsagentur heiraten-thailand.com kennt Thomas Riess die schönsten Orte aus erster Hand. Seit vielen Jahren lebt er in Thailand und teilt auf sonneaufderhaut.com seine Erfahrungen und Geheimtipps.

Som Tam – Original Papaya Salat aus Thailand einfach selber machen

Som Tam (ส้มตำ) ist der bekannteste Salat der thailändischen Küche: fein geraspelte grüne Papaya, im Mörser mit Chili, Knoblauch, Limette, Fischsauce und Palmzucker verarbeitet, bis eine knackige, scharf-saure Balance entsteht. Der Name setzt sich aus „Som“ (sauer) und „Tam“ (stampfen) zusammen – er beschreibt damit gleichzeitig Geschmack und Zubereitung.

Unser Rezept für den beliebten Thai Papaya Salt

Die hier vorgestellte Version ist Som Tam Thai (ส้มตำไทย), die bekannteste und mildeste Thai Food Variante mit Erdnüssen und getrockneten Garnelen. Sie stammt ursprünglich aus dem Isaan – dem ländlichen, an Laos angrenzenden Nordosten Thailands – und wird dort traditionell mit Klebreis und gegrilltem Hähnchen serviert. Wie an jedem Som-Tam-Stand in Thailand gibt es auch bei diesem Rezept Spielraum: Manche Köche verzichten auf Tamarindenpaste, andere verwenden sie für zusätzliche fruchtige Tiefe. In diesem Rezept ist sie enthalten – wer es reduzierter mag, lässt sie einfach weg.

Som Tam Thai Rezept

Der klassische thailändische Papayasalat aus grüner Papaya. Frisch, knackig und mit der typischen Balance aus Schärfe, Säure, Salzigkeit und leichter Süße. Traditionell wird Som Tam im Mörser zubereitet und häufig mit Klebreis und gegrilltem Hähnchen serviert.

Rezept Som Tam Papaya Salat

Zubereitungszeit: 15 Minuten
Kochzeit: keine (Som Tam wird nicht gekocht)
Portionen: 2 als Hauptgericht oder 4 als Beilage
Schwierigkeitsgrad: mittel (die Mörser-Technik braucht etwas Übung)

Zutaten für Som Tam Thai

Zutaten

  • 300 g grüne Papaya, geschält und in feine Streifen geraspelt
  • 50–80 g Karotte, geschält und in feine Streifen geraspelt
  • 4–6 Thai-Chilischoten (Prik Khi Nu), je nach gewünschter Schärfe
  • 1 Knoblauchzehe, grob gehackt
  • 2–3 lange Schlangenbohnen (Thua Fak Yao) oder grüne Bohnen, in 3–4 cm lange Stücke geschnitten
  • 4 Kirschtomaten, halbiert
  • 1 EL getrocknete Garnelen (Kung Haeng)
  • 1 EL geröstete Erdnüsse, ungesalzen
  • 1 EL Fischsauce
  • 1 EL Tamarindenpaste
  • 1 EL Limettensaft
  • 1½ EL Palmzucker

Sicherheitshinweis zu den Bohnen: Traditionell werden für Som Tam Schlangenbohnen roh verwendet. Grüne Bohnen enthalten dagegen den unverträglichen Stoff Phasin – wenn du normale grüne Bohnen statt Schlangenbohnen verwendest oder einen empfindlichen Magen hast, blanchiere die Bohnenstücke vorab 1–2 Minuten kurz. So bleiben sie knackig, sind aber sicher genießbar.

Zubereitung

1. Palmzucker vorbereiten
Falls fester Palmzucker verwendet wird, diesen mit einem kleinen Schuss heißem Wasser auflösen. So verteilt sich die Süße später gleichmäßiger im Salat.

2. Knoblauch und Chili stampfen
Knoblauch und Thai-Chilis in den Mörser geben und grob zerstampfen. Die Zutaten sollen aufbrechen und ihre Aromen freisetzen, aber nicht zu einer Paste werden.

3. Bohnen hinzufügen
Die langen Bohnen dazugeben und einige Male kräftig stampfen. Die Bohnen sollen leicht aufbrechen, aber ihre Struktur behalten.

4. Würzen und abschmecken
Palmzucker, Fischsauce, Limettensaft und Tamarindenpaste in den Mörser geben. Alles kurz vermischen und leicht stampfen, bis sich der Palmzucker aufgelöst hat und eine gleichmäßige Würzsauce entsteht. Jetzt abschmecken: Die Sauce sollte eine ausgewogene Balance aus Säure, Schärfe, Salzigkeit und leichter Süße haben. Die Tamarinde sorgt zusätzlich für eine angenehm fruchtige Tiefe.

5. Papaya einarbeiten
Die geraspelte grüne Papaya und die Karottenstreifen in den Mörser geben. Nun die typische Som-Tam-Technik anwenden: Mit dem Stößel leicht stampfen und gleichzeitig mit einem großen Löffel die Zutaten von unten nach oben wenden. Etwa 1–2 Minuten fortfahren, bis Papaya und Karotte die Würze aufgenommen haben, aber noch knackig und frisch sind.

Der Mörser, das wichtigste Werkzeug um Som Tam zuzubereiten

6. Tomaten hinzufügen
Die halbierten Kirschtomaten in den Mörser geben und nur leicht andrücken. Sie sollen etwas Saft abgeben, aber nicht zerfallen.

7. Fertigstellen und servieren
Getrocknete Garnelen und geröstete Erdnüsse unterheben. Nicht mehr stampfen, sondern nur vorsichtig vermischen. Sofort servieren, da Som Tam mit der Zeit an Frische und Knackigkeit verliert. Besonders gut passt dazu Klebreis (Khao Niao) und gegrilltes Hähnchen (Gai Yang).

Kalorien pro Portion: ca. 200–250 kcal bei 2 Portionen als Hauptgericht (überschlägiger Richtwert auf Basis der Zutatenmengen, keine Laboranalyse) – Som Tam zählt damit zu den leichteren Gerichten der thailändischen Küche.

Tipps für gutes Som Tam

Schärfe anpassen: 2 Chilis ergeben eine milde Variante, 4 entsprechen etwa dem Niveau vieler Thai-Restaurants außerhalb Thailands. In Thailand selbst werden häufig 5–10 Chilis verwendet. Wenn keine frischen Thai-Chilis (Prik Khi Nu) verfügbar sind, funktionieren ersatzweise andere kleine, scharfe frische Chilis wie Vogelaugenchili. Getrocknete Chiliflocken sind eine Notlösung – sparsam dosieren, da ihnen die frische Fruchtnote fehlt.

Papaya-Alternativen: Grüne, unreife Papaya ist die traditionelle Basis. Ist sie nicht erhältlich, funktionieren grüne Mango, fein gehobelter Kohlrabi oder Gurke als Ersatz – der Geschmack wird dadurch etwas milder bzw. fruchtiger, die Textur bleibt aber vergleichbar knackig.

Vegane Variante: Getrocknete Garnelen weglassen und Fischsauce durch eine vegane Alternative ersetzen. Sojasauce funktioniert, authentischer im Geschmack ist jedoch vegane Fischsauce aus dem Asiashop.

Der richtige Mörser: Ein großer Keramik- oder Steinmörser ist einem kleinen Gewürzmörser deutlich überlegen, da die Zutaten darin genug Platz haben, um gestampft und gewendet zu werden, statt zerdrückt zu werden.

Woher kommt Som Tam?

Som Tam stammt ursprünglich aus dem Isaan, dem ländlichen Nordosten Thailands an der Grenze zu Laos, wo er seit Generationen zum Alltag gehört. Mit der Arbeitsmigration vom Isaan nach Bangkok verbreitete sich das Gericht in den letzten Jahrzehnten im ganzen Land und darüber hinaus. Heute ist Som Tam auf nahezu jedem Markt, in Garküchen und auf Speisekarten von Thai-Restaurants weltweit zu finden – ein regionales Alltagsgericht, das zu einer der bekanntesten Spezialitäten der thailändischen Küche wurde.

Die wichtigsten Zutaten im Überblick

  • Grüne Papaya: unreif, fest und knackig, nimmt die Würzsauce besonders gut auf. Im Asiashop oft frisch oder bereits geraspelt erhältlich.
  • Lange Bohnen (Thua Fak Yao, ถั่วฝักยาว): klassische Zutat für Biss, grüne Bohnen sind ein guter Ersatz (siehe Sicherheitshinweis oben).
  • Thai-Chilis (Prik Khi Nu, พริกขี้หนู): bestimmen den Schärfegrad, der in Thailand deutlich höher ausfallen kann als in europäischen Restaurants.
  • Palmzucker (Nam Tan Peep, น้ำตาลปีบ): gleicht Säure und Salzigkeit aus; Rohrzucker funktioniert als Ersatz, bringt aber ein weniger authentisches Aroma.
  • Fischsauce (Nam Pla, น้ำปลา): liefert die salzige Würze; für vegane/vegetarische Varianten siehe Tipps oben.
  • Tamarindenpaste: sorgt für fruchtige Säure und Tiefe. Sie gehört zu vielen, aber nicht zu allen Som-Tam-Rezepten – manche Köche verzichten ganz darauf und setzen ausschließlich auf Limette.
  • Getrocknete Garnelen (Kung Haeng, กุ้งแห้ง) und geröstete Erdnüsse: werden erst zum Schluss untergemischt und geben Umami beziehungsweise nussigen Biss.

Som Tam Varianten im Vergleich

Variante Besonderheit Geschmack Verbreitung
Som Tam Thai (ส้มตำไทย) Erdnüsse + getrocknete Garnelen ausgewogen, vergleichsweise mild ganz Thailand, international bekannt
Som Tam Poo (ส้มตำปู) eingelegte Krabbe kräftiger, würziger vor allem Isaan
Som Tam Pla Ra (ส้มตำปลาร้า) fermentierter Fisch (Pla Ra) intensiv, traditionell Isaan
Som Tam Poo Pla Ra (ส้มตำปูปลาร้า) Krabbe kombiniert mit Pla Ra sehr intensiv Isaan
Som Tam Khao Pod (ส้มตำข้าวโพด) junger Mais statt/zusätzlich Papaya süßer, milder ganz Thailand
Som Tam Ma Muang (ส้มตำมะม่วง) grüne Mango statt Papaya fruchtiger, säuerlicher ganz Thailand
Som Tam Ponlamai (ส้มตำผลไม้) Saisonfrüchte wie Ananas, Guave, Drachenfrucht fruchtig, süßer touristisch verbreitet
Som Tam Thua (ส้มตำถั่ว) überwiegend lange Bohnen statt Papaya erdig, herzhaft regional, Isaan

Wie isst man Som Tam in Thailand?

Som Tam wird meist zusammen mit Klebreis (Khao Niao) und gegrilltem Hähnchen (Gai Yang) serviert – der Klebreis mildert die Schärfe und macht aus der leichten Vorspeise eine vollständige Mahlzeit. Da jeder Stand seine eigene Balance aus Limette, Fischsauce und Chili hat, schmeckt Som Tam selbst an benachbarten Ständen oft unterschiedlich.

Wer die Schärfe beim Bestellen steuern möchte, sagt „Mai Phet“ (nicht scharf) oder „Phet Nit Noi“ (nur leicht scharf) – die lokale Standardversion enthält häufig deutlich mehr Chili, als es viele Reisende gewohnt sind. Eine Portion kostet in Thailand üblicherweise zwischen 80 und 150 Baht (Stand 2025) und gehört damit zu den günstigsten Alltagsgerichten des Landes.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Som Tam sollte möglichst frisch gegessen werden – die geraspelte Papaya verliert mit der Zeit ihre Knackigkeit und der Salat wird wässrig. Zutaten wie Papaya, Karotte und Bohnen lassen sich vorbereiten und getrennt im Kühlschrank aufbewahren; zusammengestampft schmeckt der Salat aber nur am selben Tag wirklich gut. Reste halten sich abgedeckt im Kühlschrank etwa einen Tag, verlieren dabei jedoch deutlich an Textur.

FAQ – Häufige Fragen zu Som Tam

Was bedeutet „Som Tam“ auf Deutsch?
„Som“ (ส้ม) heißt „sauer“, „Tam“ (ตำ) heißt „stampfen“ – der Name beschreibt also sowohl Zubereitung als auch Geschmack des Gerichts.

Was ist der Unterschied zwischen Som Tam Thai und Som Tam Pla Ra?
Som Tam Thai wird mit Fischsauce, Erdnüssen und getrockneten Garnelen zubereitet und schmeckt vergleichsweise mild. Som Tam Pla Ra enthält zusätzlich fermentierten Fisch, der dem Salat ein deutlich kräftigeres, traditionelleres Aroma gibt.

Braucht man für Som Tam unbedingt einen Mörser?
Für die authentische Textur ja – der Mörser bricht die Papaya leicht auf und vermischt sie gleichzeitig mit der Würzsauce. Ohne Mörser lässt sich ein ähnlicher Salat zubereiten, die typische Som-Tam-Konsistenz wird aber schwer zu erreichen sein.

Kann man Som Tam vorbereiten?
Nur teilweise: Papaya raspeln, Bohnen schneiden und die Würzsauce vorbereiten ist möglich. Zusammengestampft werden sollte der Salat aber erst kurz vor dem Servieren, damit er knackig bleibt.

Ist Som Tam gesund?
Som Tam besteht überwiegend aus frischem Gemüse, enthält wenig Fett und liefert bei rund 200–250 kcal pro Hauptgericht-Portion vergleichsweise wenige Kalorien. Durch die Fischsauce kann der Salzgehalt jedoch relativ hoch sein.

Wo bekommt man grüne Papaya?
In gut sortierten Asiashops, oft frisch oder bereits geraspelt. Alternativen und deren Auswirkung auf den Geschmack stehen im Tipp-Abschnitt oben.

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