Thomas Riess – Reiseblogger, Fotograf und Thailand-Experte.
Als Reiseblogger, Fotograf und Inhaber der Hochzeitsagentur heiraten-thailand.com kennt Thomas Riess die schönsten Orte aus erster Hand. Seit vielen Jahren lebt er in Thailand und teilt auf sonneaufderhaut.com seine Erfahrungen und Geheimtipps.
Pad Thai (ผัดไทย) – Vom Straßenstand zum Nationalgericht Thailand
Pad Thai (ผัดไทย) gehört zu den bekanntesten Gerichten Thailands. In vielen westlichen Thai-Restaurants wird es jedoch oft deutlich süßer und weicher serviert als in Thailand selbst. Ein authentisches Pad Thai lebt von der Balance zwischen Süße, Säure, Salzigkeit und Umami, von unterschiedlichen Texturen und dem charakteristischen Aroma eines heißen Woks. Die bekanntesten Varianten sind Pad Thai Goong mit Garnelen, Pad Thai Gai mit Hühnchen und Pad Thai Tofu als vegetarische Version. Letztere wird häufig als vegetarische Variante angeboten, enthält in Thailand jedoch oft Fischsauce oder getrocknete Garnelen. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte daher gezielt nach einer entsprechenden Zubereitung fragen. Die Grundlage bilden Reisnudeln, Tamarinde, Fischsauce, Ei sowie frische Beilagen wie Mungbohnensprossen, Schnittlauch und geröstete Erdnüsse.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Zutaten, sondern in ihrer Zubereitung. Die Nudeln dürfen nicht zu weich sein, die Sauce muss ausgewogen schmecken und der Wok braucht ausreichend Hitze, damit das typische Röstaroma entsteht. Schon kleine Abweichungen können das Ergebnis deutlich verändern. Wer einmal einem Straßenkoch in Bangkok oder auf einem Nachtmarkt in Chiang Mai bei der Zubereitung zugesehen hat, erkennt schnell, warum gutes Pad Thai weit mehr ist als gebratene Nudeln mit Sauce. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Geschichte des Gerichts, seine wichtigsten Zutaten, regionale Unterschiede, die bekanntesten Varianten sowie ein originales Pad-Thai-Rezept zum Nachkochen.
Die Geschichte von Pad Thai – Ein Nationalgericht wird erfunden
Pad Thai wirkt wie ein traditionelles Gericht mit jahrhundertealter Geschichte. Tatsächlich ist es vergleichsweise jung. Seine heutige Form entstand in den 1930er- und 1940er-Jahren während der Regierungszeit von Feldmarschall Plaek Phibunsongkhram, der eine nationale thailändische Identität fördern wollte. Auch die Esskultur spielte dabei eine Rolle. Während des Zweiten Weltkriegs kam es zu Engpässen bei Reis, und die Regierung begann, Reisnudeln als Alternative zu fördern. Garküchen wurden ermutigt, entsprechende Nudelgerichte anzubieten, und Pad Thai entwickelte sich nach und nach zu einem Symbol moderner thailändischer Küche. Dabei stammen viele Bestandteile des Gerichts ursprünglich aus der chinesisch-südostasiatischen Küche. Wokbraten, Reisnudeln, Tofu und getrocknete Garnelen waren in der Region bereits lange verbreitet. Pad Thai ist deshalb weniger eine völlige Neuerfindung als vielmehr eine thailändische Weiterentwicklung bestehender Einflüsse. Seit den 2000er-Jahren wird Pad Thai zudem im Rahmen des „Global Thai“-Programms weltweit als Botschafter der thailändischen Küche vermarktet. Heute gehört das Gericht zu den bekanntesten kulinarischen Exporten Thailands und steht auf den Speisekarten unzähliger Thai-Restaurants rund um den Globus. Seit den 2000er Jahren hat die Thai-Regierung das Gericht im Rahmen des „Global Thai“-Programms aktiv als kulinarisches Exportprodukt gefördert – mit dem Ziel, Thai-Restaurants weltweit zu verbreiten und Pad Thai als Aushängeschild der nationalen Küche zu etablieren. Das Ergebnis ist sichtbar: Heute findet man Pad Thai in fast jedem Land der Welt.
Was ist Pad Thai eigentlich – und was macht es besonders?
Pad Thai ist ein gebratenes Wok Nudelgericht aus Reisbandnudeln und gehört zu den bekanntesten Speisen der thailändischen Küche. Seinen typischen Geschmack erhält es durch die Kombination aus Tamarindenpaste, Fischsauce und Palmzucker. Das Zusammenspiel von Säure, Salzigkeit und Süße macht den Charakter des Gerichts aus. Je nach Variante werden Garnelen, Hühnchen oder Tofu verwendet. Viele traditionelle Rezepte enthalten außerdem getrocknete Garnelen, die dem Gericht zusätzliches Umami verleihen. Kurz vor dem Servieren kommen Mungbohnensprossen und Schnittlauch in den Wok, damit sie ihren Biss behalten. Serviert wird Pad Thai meist mit gehackten Erdnüssen, einer Limettenspalte sowie Chilipulver und Zucker. So kann jeder den Geschmack nach den eigenen Vorlieben anpassen. Besonders die Limette sorgt für zusätzliche Frische und gehört für viele Thais unbedingt dazu. Ein wichtiger Bestandteil eines guten Pad Thai ist das sogenannte Wok Hei – das leicht rauchige Aroma, das beim Braten über sehr hoher Hitze entsteht. Genau deshalb schmeckt Pad Thai an vielen Straßenständen oft etwas anders als zu Hause. Mit etwas Übung lässt sich dieser Geschmack jedoch auch in der heimischen Küche erstaunlich gut erreichen.
Pad Thai Varianten – Von klassisch bis regional
Obwohl die Grundzutaten ähnlich bleiben, gibt es zahlreiche Pad-Thai-Varianten. Je nach Region, Restaurant und verwendeten Zutaten unterscheidet sich das Gericht teilweise deutlich. Pad Thai Goong (ผัดไทยกุ้ง) – mit Garnelen – ist die bekannteste und in Thailand wohl am häufigsten angebotene Variante. Die Garnelen garen schnell im Wok und harmonieren besonders gut mit der süß-sauren Tamarindensauce. In Küstenregionen werden häufig frische, große Garnelen verwendet, gelegentlich sogar mit Schale serviert. Pad Thai Gai (ผัดไทยไก่) – mit Hühnchen – gehört ebenfalls zu den Klassikern. Das Fleisch wird in kleine Stücke geschnitten und zusammen mit den Nudeln und der Sauce im Wok gebraten. Diese Variante findet man in Thailand ebenso häufig wie in Thai-Restaurants im Ausland. Pad Thai mit Tofu (ผัดไทยเต้าหู้) wird oft als vegetarische Alternative angeboten. Der Tofu wird zunächst goldbraun angebraten und anschließend mit den übrigen Zutaten kombiniert. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte jedoch nachfragen, denn traditionelle Rezepte enthalten häufig Fischsauce und teilweise auch getrocknete Garnelen. Eine vegane Variante wird in Thailand meist als „Jay“ (เจ) gekennzeichnet. Pad Thai Thalee (ผัดไทยทะเล) kombiniert verschiedene Meeresfrüchte wie Garnelen, Tintenfisch, Muscheln oder Fisch. Aufgrund der aufwendigeren Zutaten gehört diese Variante meist zu den teureren Pad-Thai-Gerichten. Besonders in Küstenorten und auf Inseln wie Koh Samui wird sie häufig angeboten. Pad Thai Hor Khai (ผัดไทยห่อไข่) wird vor dem Servieren in ein dünnes Eier-Omelett eingewickelt. Bekannt wurde diese Variante vor allem durch das berühmte Restaurant Thip Samai in Bangkok. Die zusätzliche Eihülle sorgt für eine etwas andere Textur und verleiht dem Gericht eine besondere Optik. Gelegentlich wird Pad Thai auch auf einem Bananenblatt serviert, insbesondere in touristischen Restaurants oder gehobeneren Lokalen. Diese Präsentationsform wirkt besonders dekorativ, verändert den Geschmack des Gerichts jedoch kaum.
Wo isst man das beste Pad Thai in Thailand?
Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Viele Thais sind sich jedoch einig, dass besonders gutes Pad Thai häufig an kleinen Garküchen zu finden ist. Dort wird das Gericht den ganzen Tag über frisch zubereitet, die Zutaten werden laufend verarbeitet und die Köche haben oft jahrelange Erfahrung. In Bangkok zählt das berühmte Restaurant Thip Samai (ทิพย์สมัย) nahe der Mahachai Road zu den bekanntesten Adressen des Landes. Das Lokal ist besonders für sein Pad Thai Hor Khai bekannt, bei dem die Nudeln in ein dünnes Eier-Omelett eingewickelt werden. Vor allem am Abend bilden sich hier regelmäßig lange Warteschlangen. Auch in Chiang Mai findet man ausgezeichnetes Pad Thai, beispielsweise auf den bekannten Nachtmärkten und Walking Streets. Viele Varianten im Norden Thailands sind etwas weniger süß gewürzt als in Bangkok und setzen stärker auf die natürliche Säure der Tamarinde. Auf Koh Samui gehört Pad Thai zum Standardangebot vieler Restaurants, Nachtmärkte und Straßenstände. Besonders in Fisherman’s Village, Chaweng und Lamai gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Gericht zu probieren. Wie überall in Thailand schwankt die Qualität jedoch von Stand zu Stand. Wer auf der Suche nach gutem Pad Thai ist, sollte weniger auf die Einrichtung als auf die Auslastung achten. Viele Einheimische, frische Zutaten und eine schnelle Zubereitung sind oft bessere Hinweise auf Qualität als ein besonders schickes Restaurant. Grundsätzlich gilt: Ein höherer Preis bedeutet bei Pad Thai nicht automatisch besseren Geschmack. Viele der beliebtesten Versionen werden bis heute an einfachen Straßenständen für wenige Baht frisch im Wok zubereitet.
Pad Thai selber kochen – Das Rezept
Pad Thai lässt sich auch zu Hause sehr gut zubereiten. Zwar ist das typische Wok-Hei-Aroma eines thailändischen Straßenstands auf einem normalen Haushaltsherd nur schwer vollständig zu erreichen, geschmacklich kommt man dem Original mit den richtigen Zutaten jedoch erstaunlich nahe. Wichtig ist vor allem eine gute Vorbereitung. Da die Zutaten im Wok nur wenige Minuten gegart werden, sollten Nudeln, Gemüse, Sauce und Beilagen bereits vorbereitet sein, bevor mit dem Kochen begonnen wird. Besonders großen Einfluss auf den Geschmack hat die Sauce. Wer Tamarindenpaste, Fischsauce und Palmzucker selbst kombiniert, erhält ein deutlich authentischeres Ergebnis als mit vielen fertigen Pad-Thai-Saucen aus dem Supermarkt. Das folgende Rezept ist für zwei Personen ausgelegt und orientiert sich an Pad Thai Goong (ผัดไทยกุ้ง), der beliebten Variante mit Garnelen. Alternativ können die Garnelen problemlos durch Hühnchen, Tofu oder andere Zutaten ersetzt werden.
Pad Thai Rezept mit Garnelen – Pad Thai Goong
Pad Thai Goong (ผัดไทยกุ้ง) gehört zu den beliebtesten Pad-Thai-Varianten in Thailand. Die Kombination aus Reisnudeln, Tamarindensauce und saftigen Garnelen findet man sowohl an einfachen Straßenständen als auch in Restaurants im ganzen Land. Im Vergleich zu Hühnchen oder Tofu benötigen Garnelen nur eine sehr kurze Garzeit. Meist reichen ein bis zwei Minuten im heißen Wok aus. Werden sie zu lange gegart, verlieren sie schnell ihre zarte Konsistenz und können trocken wirken. Für ein gutes Ergebnis sollten die Reisnudeln vor dem Kochen lediglich in warmem Wasser eingeweicht werden, bis sie biegsam sind. Vollständig weich müssen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sein, da sie während des Bratens im Wok weitergaren. Verwendest du Tamarindenpaste, empfiehlt es sich, diese vorab mit etwas warmem Wasser zu verrühren. So lässt sie sich später gleichmäßiger in der Sauce verteilen. Auch die Hitze spielt eine wichtige Rolle. Der Wok sollte vor dem Anbraten gut vorgeheizt sein, damit die Zutaten möglichst kurz und heiß gegart werden können. Auf einem normalen Haushaltsherd ist es oft sinnvoll, kleinere Mengen zuzubereiten, damit die Temperatur nicht zu stark absinkt.
Pad Thai Goong (ผัดไทยกุ้ง) – Original Thai-Rezept mit Garnelen

Kategorie: Hauptspeise
Küche: Thailändisch
Schwierigkeit: Einfach
Portionen
2 Portionen
Zubereitungszeit
20 Minuten
Kochzeit
8 Minuten
Kalorien
ca. 500-550 kcal
Zutaten für 2 Personen
Für das Pad Thai
- 150 g Reisnudeln (Sen Lek)
- 200-250 g rohe Garnelen, geschält und entdarmt
- 2 Eier
- 80 g fester Tofu, gewürfelt
- 1-2 EL getrocknete Garnelen (optional, aber traditionell)
- 100 g Mungbohnensprossen
- 2 Frühlingszwiebeln oder 2 EL Knoblauchschnittlauch (Bai Gui Chai) (in 4–5 cm lange Stücke geschnitten)
- 2 EL Pflanzenöl
Zutaten für die Pad-Thai-Sauc
- 2 EL Tamarindenpaste
- 1½ EL Fischsauce
- 1½ EL Palmzucker (gerieben oder fein gehackt)
- 1 TL Zitronensaft
Zum Garnieren und Nachwürzen
- 2 EL geröstete Erdnüsse, grob gehackt
- 1 Limette, geviertelt
- 1 TL Chilipulver oder Chiliflocken
- einige frische Mungbohnensprossen
- etwas Knoblauchschnittlauch oder Frühlingszwiebelgrün
Zubereitung
Schritt 1: Garnelen vorbereiten
Falls die Garnelen noch nicht küchenfertig sind, zunächst Kopf, Schale und Schwanz entfernen. Anschließend den Rücken mit einem kleinen Messer leicht einschneiden und den dunklen Darm vorsichtig herausziehen. Die Garnelen kurz unter kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Bis zur Verwendung kühl stellen.
Schritt 2: Reisnudeln vorbereiten
Die Reisnudeln in eine Schüssel geben und mit warmem Wasser bedecken. Je nach Herstellerangabe etwa 10 Minuten einweichen, bis sie biegsam sind, aber noch etwas Biss haben. Anschließend abgießen und beiseitestellen.
Schritt 3: Sauce anrühren
Tamarindenpaste, Fischsauce, Palmzucker und Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren. So lange rühren, bis sich der Palmzucker weitgehend aufgelöst hat. Die Sauce sollte ausgewogen süß, sauer und salzig schmecken.
Schritt 4: Zutaten vorbereiten
Tofu würfeln, Knoblauchschnittlauch oder Frühlingszwiebeln in Stücke schneiden und alle übrigen Zutaten griffbereit neben dem Herd bereitstellen. Beim Pad Thai erfolgt die Zubereitung sehr schnell, daher sollte alles vorbereitet sein, bevor der Wok erhitzt wird.
Schritt 5: Garnelen und Tofu anbraten
Den Wok oder eine große Pfanne stark erhitzen. Das Öl hineingeben und zuerst den Tofu 2 bis 3 Minuten anbraten. Anschließend die Garnelen hinzufügen und etwa 1 bis 2 Minuten braten, bis sie rosa werden. Danach Garnelen und Tofu an den Rand des Woks schieben.
Schritt 6: Ei hinzufügen
Die Eier in die Mitte des Woks geben und leicht verrühren. Sobald sie beginnen zu stocken, mit den übrigen Zutaten vermischen.
Schritt 7: Nudeln und Sauce zugeben
Die eingeweichten Reisnudeln sowie die getrockneten Garnelen in den Wok geben. Etwa 1 bis 2 EL Wasser hinzugeben Die vorbereitete Sauce darüber verteilen. Alles 2 bis 3 Minuten unter ständigem Wenden braten, bis die Nudeln die Sauce aufgenommen haben. Schritt 8: Sprossen und Schnittlauch ergänzen Die Mungbohnensprossen und den Knoblauchschnittlauch hinzufügen. Nur etwa 20 bis 30 Sekunden mitbraten. Die Sprossen sollen noch knackig bleiben.
Schritt 9: Servieren
Das Pad Thai auf zwei Teller verteilen. Mit Erdnüssen bestreuen und zusammen mit Limettenspalten, Chilipulver und zusätzlichen Mungbohnensprossen servieren. Jeder kann das Gericht anschließend nach eigenem Geschmack nachwürzen.
Tipps für ein authentisches Pad Thai
Die richtige Tamarinde verwenden
Der typische Geschmack von Pad Thai entsteht durch Tamarinde. Viele Fertigsaucen schmecken deutlich süßer und weniger ausgewogen als eine selbst gemischte Sauce.
Nicht zu viele Zutaten auf einmal braten
Wird der Wok überfüllt, sinkt die Temperatur zu stark ab. Die Zutaten braten dann nicht mehr richtig an und das Gericht verliert an Aroma.
Garnelen nicht zu lange garen
Garnelen benötigen meist nur 1 bis 2 Minuten. Werden sie zu lange gebraten, können sie trocken und fest werden. Knoblauchschnittlauch statt Frühlingszwiebeln In Thailand wird traditionell Knoblauchschnittlauch (Bai Gui Chai) verwendet. Er verleiht dem Gericht ein feines Knoblaucharoma und gilt als authentischer als Frühlingszwiebeln.
Nachwürzen gehört dazu
In Thailand wird Pad Thai fast immer mit Limette, Chilipulver und Erdnüssen serviert. Erst durch das individuelle Abschmecken entsteht der endgültige Geschmack.
Beliebt Pad Thai Varianten
- Pad Thai Gai: Garnelen durch 150 g Hähnchenfleisch ersetzen.
- Pad Thai Tofu: Garnelen weglassen und die Tofumenge verdoppeln.
- Pad Thai Jay (vegan): Fischsauce durch vegane Fischsauce oder helle Sojasauce ersetzen und auf Ei verzichten.
Kein Wok? So funktioniert es auch mit der Pfanne
Auch ohne Wok lässt sich Pad Thai gut zu Hause zubereiten. Eine große Edelstahl- oder Gusseisenpfanne eignet sich als Alternative, solange sie ausreichend Hitze speichern kann. Wichtig ist vor allem, dass die Pfanne vor dem Anbraten gut vorgeheizt wird.
Beschichtete Pfannen sind grundsätzlich ebenfalls nutzbar, erreichen jedoch häufig nicht die hohen Temperaturen eines Woks oder einer schweren Edelstahlpfanne. Dadurch entwickelt sich das typische Röstaroma meist etwas weniger stark. Der wichtigste Unterschied beim Kochen mit der Pfanne ist die Menge der Zutaten. Wird die Pfanne zu voll, sinkt die Temperatur schnell ab und die Zutaten braten nicht mehr richtig an. Deshalb ist es oft sinnvoller, zwei kleinere Portionen nacheinander zuzubereiten, anstatt eine große Menge auf einmal zu garen. Mit ausreichend Hitze, guter Vorbereitung und etwas Übung lässt sich auch ohne Wok ein Pad Thai zubereiten, das geschmacklich sehr nah an das Original herankommt.
Die Zutaten von Pad Thai – und welche Rolle sie spielen
Reisnudeln (Sen Lek) bilden die Grundlage von Pad Thai. Die dünnen Reisbandnudeln nehmen die Sauce gut auf und behalten nach dem Braten eine leicht bissfeste Konsistenz. Vor der Zubereitung werden sie in Wasser eingeweicht, damit sie später im Wok gleichmäßig garen. Tamarindenpaste sorgt für die typische Säure des Gerichts. Sie wird aus dem Fruchtfleisch der Tamarinde gewonnen und verleiht Pad Thai seinen charakteristischen Geschmack. Im Vergleich zu Essig oder Limettensaft wirkt Tamarinde etwas milder und aromatischer. Für ein authentisches Ergebnis eignet sich traditionelle Tamarindenpaste meist besser als viele fertige Pad-Thai-Saucen. Fischsauce (Nam Pla) liefert einen Großteil der Salzigkeit und des Umami-Geschmacks. Sie gehört zu den wichtigsten Würzmitteln der thailändischen Küche und prägt den Geschmack von Pad Thai entscheidend. Trotz ihres intensiven Geruchs schmeckt ein fertiges Gericht nicht fischig, sondern ausgewogen und würzig. Palmzucker bringt eine milde Süße in die Sauce und harmoniert besonders gut mit Tamarinde und Fischsauce. Als Ersatz kann auch Rohrzucker verwendet werden, wobei Palmzucker dem Gericht meist einen etwas runderen Geschmack verleiht. Ei gehört zu den klassischen Zutaten eines Pad Thai. Es wird direkt im Wok gegart und anschließend mit den Nudeln vermischt. Das Ei verbindet die einzelnen Zutaten miteinander, sorgt für eine weichere Textur und ergänzt die würzige Sauce mit einer milden, leicht cremigen Komponente. In Thailand wird Pad Thai fast immer mit Ei zubereitet. Getrocknete Garnelen (Kung Haeng) werden in vielen traditionellen Rezepten verwendet. Sie liefern zusätzliches Umami und verstärken die Würze der Sauce. Nicht jeder Straßenstand verwendet sie, in klassischen Rezepturen gehören sie jedoch häufig dazu. Fester Tofu wird meist in kleine Würfel geschnitten und angebraten, bis er leicht gebräunt ist. Er ergänzt die weichen Nudeln durch eine zusätzliche Textur und wird sowohl in klassischen als auch in vegetarischen Varianten verwendet. Knoblauchschnittlauch (Bai Gui Chai) wird traditionell für Pad Thai verwendet. Er ähnelt optisch Schnittlauch, besitzt jedoch ein leichtes Knoblaucharoma und wird erst kurz vor dem Servieren unter die Nudeln gemischt. Außerhalb Asiens wird er häufig durch Frühlingszwiebeln ersetzt. Mungbohnensprossen gehören zu den typischen Zutaten eines Pad Thai. Sie werden erst kurz vor dem Servieren hinzugegeben und sollen ihren Biss behalten. Interessanterweise werden die in Deutschland häufig als „Sojasprossen“ verkauften Sprossen meist ebenfalls aus Mungbohnen gezogen. Echte Sojasprossen sind deutlich kräftiger und werden in der thailändischen Küche wesentlich seltener verwendet. Erdnüsse, Chilipulver und Limette werden traditionell separat serviert. So kann jeder den Geschmack nach den eigenen Vorlieben anpassen. Besonders die Limette sorgt für zusätzliche Frische, während geröstete Erdnüsse und Chili weitere geschmackliche Akzente setzen.
Warum du Pad Thai einmal selbst kochen solltest
Pad Thai gehört nicht ohne Grund zu den bekanntesten Gerichten Thailands. Hinter den scheinbar einfachen Zutaten steckt ein überraschend ausgewogenes Zusammenspiel aus Süße, Säure, Salzigkeit und Umami. Gleichzeitig erzählt das Gericht ein Stück thailändischer Geschichte und zeigt, wie stark die Esskultur des Landes von verschiedenen Einflüssen geprägt wurde. Wer Thailand bereist, sollte Pad Thai unbedingt an einer guten Garküche probieren. Oft sind es gerade die kleinen Straßenstände, an denen das Gericht besonders authentisch zubereitet wird. Doch auch zu Hause lässt sich ein hervorragendes Pad Thai kochen – vorausgesetzt, man verwendet die richtigen Zutaten und nimmt sich etwas Zeit für die Vorbereitung. Der größte Vorteil: Pad Thai ist deutlich einfacher zuzubereiten, als viele denken. Sind Sauce, Nudeln und Zutaten einmal vorbereitet, steht das Essen innerhalb weniger Minuten auf dem Tisch. Genau deshalb eignet sich das Gericht hervorragend für alle, die die thailändische Küche kennenlernen oder ein Stück Urlaubserinnerung in die eigene Küche holen möchten. Wenn du bisher nur die oft stark angepassten Versionen aus westlichen Restaurants kennst, lohnt sich das Nachkochen besonders. Mit echter Tamarinde, Fischsauce, Palmzucker und frischen Zutaten schmeckt Pad Thai oft ganz anders, als viele es erwarten – und genau das macht den Reiz dieses thailändischen Klassikers aus.
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FAQ – Häufige Fragen zu Pad Thai
Was bedeutet „Pad Thai“ auf Deutsch?
„Pad“ (ผัด) bedeutet auf Thai „braten“ oder „wokbraten“, „Thai“ (ไทย) steht für Thailand. Der Name lässt sich sinngemäß mit „Gebratenes auf Thai-Art“ übersetzen. Er wurde in den 1940er-Jahren populär, als die thailändische Regierung das Gericht gezielt als Teil der nationalen Identität förderte.
Ist Pad Thai scharf?
Nein, traditionelles Pad Thai ist nicht besonders scharf. Die typische Sauce aus Tamarinde, Fischsauce und Palmzucker sorgt vor allem für eine ausgewogene Kombination aus Süße, Säure und Salzigkeit. Chilipulver wird meist separat serviert, sodass jeder die Schärfe selbst bestimmen kann.
Welche Reisnudeln verwendet man für Pad Thai?
Klassisch werden Sen Lek verwendet – dünne, flache Reisnudeln mit einer Breite von etwa 3 bis 5 Millimetern. Sie nehmen die Sauce gut auf und behalten nach dem Braten eine leicht bissfeste Konsistenz. Alternativ werden gelegentlich auch breitere Reisnudeln (Sen Yai) oder dünne Reisvermicelli (Sen Mee) verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Pad Thai und Pad See Ew?
Beide Gerichte basieren auf Reisnudeln und werden im Wok zubereitet, unterscheiden sich jedoch deutlich im Geschmack. Pad Thai verwendet eine Sauce aus Tamarinde, Fischsauce und Palmzucker und schmeckt süß-säuerlich. Pad See Ew wird mit dunkler Sojasauce zubereitet und hat einen kräftigeren, würzigeren Geschmack. Außerdem kommen bei Pad See Ew meist breite Reisnudeln zum Einsatz.
Ist Pad Thai vegetarisch oder vegan?
Traditionelles Pad Thai enthält meist Fischsauce und häufig auch getrocknete Garnelen. Es ist daher weder vegetarisch noch vegan. Für vegetarische oder vegane Varianten werden diese Zutaten durch Sojasauce, Pilzsauce oder vegane Fischsaucen-Alternativen ersetzt. In Thailand weist die Bezeichnung „Jay“ (เจ) auf vegane Gerichte hin.
Welche Sauce kommt in Pad Thai?
Die klassische Pad-Thai-Sauce besteht aus Tamarindenpaste, Fischsauce und Palmzucker. Diese Kombination sorgt für den charakteristischen Geschmack des Gerichts. Je nach Rezept können zusätzlich Knoblauch, getrocknete Garnelen oder etwas Chili verwendet werden.
Welche Sprossen kommen in Pad Thai?
Traditionell werden Mungbohnensprossen verwendet. Interessanterweise werden diese in Deutschland häufig als „Sojasprossen“ verkauft, obwohl sie tatsächlich aus Mungbohnen gezogen werden. Echte Sojasprossen sind deutlich größer und werden für Pad Thai normalerweise nicht verwendet.
Ist Pad Thai gesund?
Pad Thai enthält Reisnudeln, Ei, Gemüse und je nach Variante Garnelen, Hühnchen oder Tofu. Dadurch liefert das Gericht Kohlenhydrate, Eiweiß und verschiedene Nährstoffe. Der genaue Nährwert hängt jedoch von der verwendeten Sauce, der Ölmenge und der Portionsgröße ab. Im Vergleich zu vielen westlichen Fast-Food-Gerichten gilt Pad Thai als ausgewogene Mahlzeit.
Enthält Pad Thai Gluten?
Traditionelles Pad Thai wird mit Reisnudeln zubereitet und ist grundsätzlich glutenfrei. Allerdings können einzelne Zutaten wie Sojasauce oder fertige Würzsaucen Gluten enthalten. Wer unter Zöliakie oder einer Glutenunverträglichkeit leidet, sollte deshalb immer nach den verwendeten Zutaten fragen.
Wie viel kostet Pad Thai in Thailand?
An Garküchen und Straßenständen kostet Pad Thai typischerweise zwischen 50 und 80 Baht. In Restaurants liegen die Preise häufig zwischen 100 und 200 Baht, je nach Lage und verwendeten Zutaten. Varianten mit Garnelen oder gemischten Meeresfrüchten sind meist etwas teurer.
Warum schmeckt Pad Thai in Thailand oft anders als zu Hause?
Ein wichtiger Grund ist die deutlich höhere Hitze professioneller Gasbrenner, die in vielen Garküchen verwendet werden. Dadurch entsteht das typische Wok-Aroma („Wok Hei“), das sich auf einem normalen Haushaltsherd nur eingeschränkt nachbilden lässt. Hinzu kommen frische Zutaten und die Erfahrung der Köche.
Was trinkt man zu Pad Thai?
In Thailand werden zu Pad Thai häufig Wasser, Thai Iced Tea (Cha Yen), frische Kokosnüsse oder einfache Softdrinks serviert. Die leichte Süße vieler Getränke harmoniert gut mit den süß-sauren Aromen des Gerichts.

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